Fantomton

Netlabel und Experimente

Eine organlose Performance


Deutsche Version

“Eine organlose Performance” ist die Abschlussarbeit des Masterstudienganges Sound Studies der UdK Berlin von Marcello Lussana, aka Erased Bodies.

In der Zusammenarbeit mit dem Tänzer Nils Freyer werden menschliche Bewegung und Sound als Bezugssystem erkennbar.
Ausgangspunkt für die Performance des Tänzers, dessen Bewegungen durch Motion Tracking die Musik beeinflussen, ist der Text “Körper ohne Organe” von Gilles Deleuze.
Zentral ist also die Interaktion zwischen verschiedenen Disziplinen – Philosophie, Tanz und Musik -, die ständig in Kommunikation und Austausch sind.
Die statischen Konzepte von Darstellung und Identität werden damit in Frage gestellt und stattdessen werden “Konzepte in Bewegung” geschaffen.

Diese Arbeit ist die theoretische Grundlage für die Tanzperformance, die die Technologie des Motion Tracking nutzt. Damit kann menschliche Bewegung Musik generieren und steuern. Das Kunstwerk besteht also aus einer Vielfalt von Wissen, es ist eine Zusammenarbeit von verschiedenen ku ̈nstlerischen Dimensionen. Um diese Interaktion zu schaffen, mussten alle Teilnehmenden ihre Arbeitsweise umstellen bzw. ihre Identität als Musiker, Tänzer, Choreographen oder Techniker aufgeben.

In der Arbeit von Gilles Deleuze geht es darum, eine Alternative zu den Konzepten von Identität und Repräsentation zu schaffen. Das Denken ist etwas Dynamisches, es kann also nicht mit einem statischen Bild repräsentiert werden. Dafür bietet Deleuze einige Konzepte in Bewegung, die die Werkzeuge dieser Arbeit geworden sind:
• das Rhizom als komplexe, nicht hierarchische Struktur von Wissen
• der organlose Körper als Übung, Praxis, diedem Organismus die Einheit entzieht
• Differenz und Wiederholung als unabhängige Erklärungen der Wirklichkeit
Es wird also den Zusammenhang zwischen der Performance und der Theorie von Deleuze untersucht.

Die Konzepte in Bewegung von Deleuze verwirklichen sich in der Performance. Der organlose Körper ist die Praxis des Entziehens, die die Mannigfaltigkeit erzeugt. Differenz und Wiederholung erklären sich selbst an sich selbst: sie werden zu selbständigen Konzepten des Denkens und des Tuns.
Die organlose Performance zeigt, wie der Musik und der Bewegung jeweils das ihnen entsprechende alte Konzept der Einheit entzogen werden kann, um sie stattdessen unmittelbar zusammenarbeiten zu lassen. Drei Körper nehmen daran teil: der Körper der Musik, der Technologie und des Tanzes (zusammen mit der Choreographie). Alle drei verlassen ihre geschlossenen Identitäten, öffnen sich und nutzen den gewonnenen Spielraum, um die Elemente der Performance in eine ständige Variation versetzen zu lassen.


A Performance without Organs

“A Performance without Organs” is the final work of the Master’s program in Sound Studies of the Univerty of Arts Berlin of Marcello Lussana, aka Erased Bodies.

Starting point of the performance is the movement of the dancer, Nils Freyer, that can influence the Music and the text “Body without Organs” of Gilles Deleuze.
Fundamental is the Interaction between different disciplines – Philosophy, Dance and Music – that are continuously in communication and in exchange.
The static concepts of representation and identity are brought into question and “concepts in movement” are established.

This work is the theoretical basis for the dance performance, which uses the technology of motion tracking. Thereby human movement can control and generate music. The artwork thus consists of a variety of knowledge, it is a collaboration of various artistic dimensions. To facilitate this interaction, all participants had to change their ways of working, giving up their single identity as musicians, dancers, choreographers and technicians.

The work of Gilles Deleuze is about creating an alternative to the concepts of identity and representation. The thought is dynamic, ie it cannot be represented with a static image. Deleuze therefore offers some concepts in movement, which have become the tools of this work:
the rhizome as a complex, non-hierarchical structure of knowledge
the body without organs as exercise, practice, that extract the oneness of the organism
Difference and Repetition as independent explanation of reality
It is therefore examined the relationship between the performance and the theory of Deleuze.

The concepts in movement of Deleuze materialize themselves in the performance. The body without organs is the practice of withdrawal, which produces the multiplicity. Difference and Repetition explain them in themselves: they become autonomous concepts of thinking and doing.
The performance without Organs shows how music and movement have to remove their identity, their unity in order to work together.
Three bodies are taking part in this interaction: the body of music, technology and dance (together with choreography). All three leave behind their closed identities, open themselves and take advantage of the gained flexibility in order to put the elements of the performance in a constant variation.

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